GURRO
Gelegen in einer weiten Waldmulde des Cannobinatales. Das historische Zentrum (14.-17. Jahrhundert) besteht aus charakteristischen Gäßchen und Wohnstätten mit großen Holzlauben: typisch die Casa di San Carlo, wo Carlo Borromeo im Jahre 1574 übernachtete. Nicht weit von der Ansiedlung wurde ein kleiner römischer Friedhof entdeckt (3. Jahrhundert n. Chr.). Seine Funde sind im Museum Galletti in Domodossola aufbewahrt.
DAS MUSEUM
Das ethnographische Museum widmet sich dem Brauchtum und den Traditionen des Cannobinatales: Kleidung, Spitzen, Spielsachen, Geschirr, Geräte für die Bearbeitung von Wolle und Hanf usw.
Ein Haus der früheren Zeiten: in der Küche finden wir den Küchenschrank, den Backtrog, das hölzerne Geschirr, den Napf um Polenta und Milch zu essen, die Löffel, den Kochlöffel, den Wassereimer, den steinernen Fußboden.
Ein hölzernes Bett mit Rändern; geschnitzte Wiegen, die Matratze aus Buchenlaub; den drappone, d. h. eine Bettdeeke aus Hanf; die Steppdecke; die hanfen Laken; die Kiste des Weißzeuges. Bemerkenswert ist die Doppelreihe der bestickten Fenstervorhänge.
Das Museum stellt viele Ackergeräte und Werkzeuge, meistenteils aus Holz, für die handwerkliche Arbeit und die Ausstattung aus. U. a. Spinnräder, Webstühle, Hanfhecheln, Wollkämme; Spinnrocken, Spindeln, Garnwinde.
Einige Muster tragen die Volkstrachten des Tales, die von Dorf zu Dorf verändert sind, mit Röcken, plissierten verschiedenfarbigen Unterkleidern, Umschlagtüchern, Hanfhemden, den charakteristischen peduli (d. h. eine besondere Art von Schuhen), Spitzenbesätzen, Stickereien... Das Museum stellt auch geschmackvoll bestickte Wäschestücke aus. Dort kann man eine wertvolle fotographische Sammlung über antike Kostüme nachschlagen.
Testo di Cirillo Bergamaschi.